Neuro-Urologie
Die Neuro-Urologie ist ein junges und dynamisches Spezialgebiet der Urologie mit grossem Erkenntniszuwachs und enormen Behandlungserfolgen in den letzten 30 Jahren. Die Lebenserwartung nach einer Rückenmarkverletzung konnte erheblich gesteigert werden.
Die Neuro-Urologie beschäftigt sich mit Erkrankungen urologischer Organe nach einer Schädigung der sie versorgenden Nerven und ist in den 70iger Jahren aus der urologischen Rehabilitation querschnittgelähmter Patienten (Modellcharakter) entstanden.
Wir diagnostizieren und therapieren:
- Blasenfunktionsstörungen
- Störungen der Schliessmuskelfunktion
- Störungen der Erektionsfähigkeit
- Ejakulationsstörungen
- Störungen der Darmentleerung
Zu uns kommen Patienten mit:
- Traumatischer Rückenmarkverletzung
- Status nach Operationen an Wirbelsäule oder Rückenmark
- Status nach Bandscheiben-OP
- Tumoren des Rückenmarks
- Angeborener Fehlbildung des Rückenmarks (z.B. Meningomyelocele)
- Multipler Sklerose
- Morbus Parkinson
- Statusnach Schädel-Hirn-Trauma
- cerebrovaskulärer Erkrankung (z.B. Schlaganfall)
- Blasenfunktionsstörung nach Operationen im kleinen Becken
- Blasenfunktionsstörung unklarer Ursache
Die Aufrecherhaltung einer natürlichen Funktionsweise der Blase ist für die Lebenserwartung von Menschen mit einer neurologischen Erkrankung (Querschnittslähmung, Multiple Sklerose) von grosser Bedeutung. Unsere Therapiemassnahmen zielen darauf ab, sekundäre Schädigungen von Blase und Nieren zu verhindern und die Kontinenz im Alltag zu erhalten. Dies erhöht die Lebensqualität Betroffener entscheidend.
Die stetige Weiterentwicklung der Diagnostik und Therapie neurogener Blasenfunktionsstörungen gehört zum vorrangigen Forschungsauftrag unserer Neuro-Urologie.
Die Botox®-Behandlung der hyperaktiven Blase beispielsweise, die erstmals 1998 als Therapiemethode am Paraplegikerzentrum der Uniklinik Balgrist angewendet wurde, ist inzwischen eine weltweit erfolgreich angewandte Therapiemethode.
Für die Therapie von Sexualfunktionsstörungen nach neurogenen Schädigungen suchen wir in enger Zusammenarbeit mit anderen Forschungszentren und mit Industriepartnern nach neuen Therapiemethoden.
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