Neuro-Urologie
Die Neuro-Urologie ist ein junges und dynamisches Spezialgebiet der Urologie mit grossem Erkenntniszuwachs und enormen Behandlungserfolgen in den letzten Jahrzehnten. So konnte beispielsweise die Lebenserwartung nach einer Rückenmarkverletzung erheblich gesteigert werden.
Die Neuro-Urologie beschäftigt sich mit den Erkrankungen der ableitenden Harnwege und der Geschlechtsorgane nach einer Schädigung der sie versorgenden Nerven und ist in den 1970er Jahren aus der urologischen Rehabilitation querschnittgelähmter Patienten (Modellcharakter) entstanden.
Wir diagnostizieren und therapieren:
- Blasenfunktionsstörungen
- Störungen der Schliessmuskelfunktion
- Störungen der Erektionsfähigkeit
- Ejakulationsstörungen
- Störungen der Darmentleerung
Zu uns kommen Patienten mit:
- Traumatischer Rückenmarkverletzung
- Status nach Operationen an Wirbelsäule oder Rückenmark
- Status nach Bandscheiben-Operation
- Tumoren des Rückenmarks
- Angeborener Fehlbildung des Rückenmarks (z.B. Spina bifida)
- Multipler Sklerose
- Morbus Parkinson
- Status nach Schädel-Hirn-Trauma
- zerebrovaskulärer Erkrankung (z.B. Schlaganfall)
- Blasen-/Sexualfunktionsstörung nach Operationen im kleinen Becken
- Blasenfunktionsstörung unklarer Ursache
Die Aufrecherhaltung einer natürlichen Funktionsweise der Blase ist für die Lebenserwartung von Menschen mit einer neurologischen Erkrankung von grosser Bedeutung. Unsere Diagnostik- und Therapiemassnahmen zielen darauf ab, sekundäre Schädigungen von Blase und Nieren zu verhindern, die Kontinenz im Alltag zu erhalten sowie Sexualfunktionsstörungen zu verbessern. Dies erhöht die Lebensqualität Betroffener entscheidend. Wir bieten in Zusammenarbeit mit der Urologie des Universitätsspitals Zürich das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum der Neuro-Urologie an (inklusive Botox®-Injektionen, invasive/nicht-invasive Neuromodulation, endoskopische Eingriffe, suburethrale Schlingen, Sphinkterprothesen, Harnableitungen etc.).
Diagnostik und Therapie neurogener Blasen- und Sexualfunktionsstörungen gehören zum vorrangigen Forschungsauftrag unserer Neuro-Urologie. In enger Zusammenarbeit mit anderen Forschungszentren im In- und Ausland sowie mit Industriepartnern suchen wir nach neuen Diagnostik- und Therapiemethoden.
Die Botox®-Behandlung der überaktiven Blase beispielsweise, die am Paraplegikerzentrum der Uniklinik Balgrist entwickelt und erstmals 1998 als Therapiemethode zur Anwendung kam, ist inzwischen zu einer weltweit erfolgreich angewandten Therapiemethode geworden.
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