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Nogo-Antikörper Studie


Projekt
Nogo ist ein Eiweiss, das nur im Zentralnervensystem vorkommt und dort die Nervenregeneration verhindert. Ein Antikörper gegen Nogo hingegen bringt geschädigte Nervenfasern wieder zum Wachsen.

Im Rahmen einer weltweiten Studie in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Novartis laufen zurzeit Versuche mit querschnittgelähmten Patienten. 


Mitarbeiter  
Prof. Dr. Armin Curt 
N.N.


FAQ zur Nogo-Antikörper Studie

Worum handelt es sich bei der Nogo-Antikörperstudie eigentlich?
Es soll nachgewiesen werden, dass die Nogo-Antikörper nicht nur beim Tier, sondern auch beim Menschen geschädigte Nervenfasern wieder zum wachsen bringen und dass dieses Wachstum zu einer teilweisen Verbesserung von Körperfunktionen und Empfinden führt. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich das Medikament in einer frühen klinischen Phase, in der das Medikament auf Verträglichkeit (Erfassung möglicher Nebenwirkungen) und Pharmakokinetik untersucht wird. Die Nogo-Antikörper werden in die Rückenmarksflüssigkeit eingebracht. Das Medikament muss spätestens 14 Tage nach Unfall verabreicht werden. Die Nogo-Antikörperstudie wird in der Schweiz in enger Zusammenarbeit zwischen dem Paraplegikerzentrum der Uniklinik Balgrist, den Traumazentren und der Novartis durchgeführt. Wir sind das Prüfzentrum der Schweiz: Nur in unserer Klinik wird die Behandlung zurzeit in der Schweiz angeboten.

Die Nogo-Antikörperstudie weckt Hoffnungen. Kann Querschnittgelähmten in der Akutphase geholfen werden?
Die Hoffnung auf Heilung müssen wir zum heutigen Zeitpunkt leider enttäuschen. Im günstigsten Fall rechnen wir mit Verbesserungen an Bewegung und Sensibilität, die Querschnittgelähmten im Alltag nützen. So könnte beispielsweise ein
Tetraplegiker weniger Assistenz benötigen oder ein Paraplegiker könnte im gelähmten Bereich Empfindungsvermögen zurückgewinnen. Das Ziel der Nogo-Antikörperstudie zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Untersuchung
auf Verträglichkeit und Nebenwirkungen beim Menschen.

Die Querschnittlähmung wirkt sich auch auf die Blase und den Darm aus. Sind positive Auswirkungen auf diese Bereiche möglich, falls die Nogo-Antikörper wirken wie erwartet?
Es sind Verbesserungen der Blasenfunktion in Tierversuchen beobachtet worden. Ob dies auch für Menschen der Fall ist, kann erst in späteren Studienphasen beurteilt werden.

Ich bin querschnittgelähmt. Kann ich an der laufenden Nogo-Antikörperstudie teilnehmen?
Vorerst kommen nur frisch verletzte (bis maximal 14 Tage nach Unfallereignis) para- und tetraplegische Patienten in Frage. Zudem müssen weitere gesundheitliche Rahmenbedingungen erfüllt sein. Die grossen Traumazentren der Schweiz sind über diese Studie informiert. Sobald Patienten die Voraussetzungen der Studie erfüllen, werden Sie und Ihre Angehörigen über die Möglichkeit zur Teilnahme durch unsere Prüfärzte informiert. Patienten und ihre Angehörigen können jederzeit unser Prüfzentrum kontaktieren. E-Mail


Welche Abteilungen der Uniklinik Balgrist sind an der Nogo-Antikörperstudie beteiligt?
Die Studie erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die Forschungsabteilung des Paraplegikerzentrums der Uniklinik Balgrist ist für die wissenschaftliche Durchführung der Studie und Erfassung der Daten verantwortlich. Die Patienten werden durch Ärzte und Therapeuten des Paraplegikerzentrums betreut. Die Medikamentengabe und die postoperativen Kontrollen werden durch unsere Wirbelsäulenorthopäden gewährleistet.

Wo kann ich mich melden, wenn ich weitere Fragen zum Thema habe?
Unser Prüfzentrum beantwortet Ihre Fragen gerne per E-Mail

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