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Uniklinik Balgrist
Forchstrasse 340
8008 Zürich
Tel.: 044 386 11 11
Fax: 044 386 11 09
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Schulterschmerzen - Wenn das Armheben zur Qual wird.

Unterschiedlichste Ursachen
Bei einem Unfall kommt es häufig zu Teil- und Totalrissen von Muskelsehnen. Bei chronischen, ohne Unfall entstehenden Beschwerden sind am häufigsten degenerative oder rheumatische Krankheiten die Ursache. Wenn zum Beispiel der Knorpel im AC-Gelenk (Gelenk zwischen Schulterdach und Schlüsselbein) verknöchert, haben die unter dem Schulterdach durchführenden Muskeln zuwenig Platz (Impingement genannt). Ausfransungen oder Kalkablagerungen scheuern das umliegende Gewebe. Sehnen und Schleimbeutel entzünden sich. Manchmal verursachen auch blockierte oder abgenutzte (degenerative) Halswirbel eine Schmerzausstrahlung in Schulter und Arm. Sehr selten kann ein Tumor in der Lunge Schmerzen in der Schulter auslösen.

Wie sind die Schmerzen?
Oft ist der Auslöser von Schulterschmerzen ein Sturz auf die Schulter oder einen Arm. Häufig fangen die Schmerzen aber auch plötzlich ohne Einwirkung eines Tages an. Die Schmerzcharaktere sind sehr unterschiedlich, von diffus bis stechend, kribbelnd oder einschiessend. Das Einklemm-(Impingement)Syndrom äussert sich durch allgemeine Schulterschmerzen und Schmerzen beim An- und Entkleiden, beim Griff nach hinten, sowie beim Arbeiten über Schulterhöhe. Viele Betroffene klagen über Nachtschmerzen oder können nicht mehr auf die schmerzhafte Schulter liegen.

Was ist die Rotatorenmanschette?
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier verschiedenen Muskeln, die hauptsächlich für die Bewegung der Schulter zuständig sind. Sie führen alle vom Schulterblatt an den Oberarm und ermöglichen das Heben, Heranführen und Drehen des Arms. Wenn eine oder mehrere Muskelsehnen teilweise gerissen oder ganz gerissen sind, ist die Armbewegung beschränkt und schmerzt.

Was ist eine frozen shoulder?
Frozen Shoulder heisst steife Schulter. Es handelt sich um eine Verhärtung und Schrumpfung der Bindegewebsstrukturen der Gelenkkapsel. Folge ist die schmerzhafte Einschränkung der Beweglichkeit des Schultergelenks.

Welche Abklärungen sind für eine Diagnose nötig?
Zuallererst steht die genaue Befragung (Anamnese), dann die klinische Untersuchung (aktive und passive Beweglichkeit). Mit diesen Tests kann oft bereits eine Diagnose gestellt werden. In aller Regel wird sich nach den klinischen Untersuchungen ein bildgebendes Verfahren anschliessen. Dabei kommen Ultraschall, Röntgen, Magnetresonnanz und Computertomographie, selten Skelettszintigraphie zum Einsatz.

Wie wird behandelt?
Bei der Behandlung von Schulterbeschwerden wird zwischen akutem Zustand und chronischem Stadium unterschieden. In der Akutphase ist vor allem eine medikamentöse Therapie mit schmerzstillenden Inhaltsstoffen oder nicht steroidalen Antirheumatika indiziert. Auch lokale Injektionen oder Infiltrationen mit Lokalanästhetikum und Cortison kann in der Akutphase hilfreich sein. Von Seiten der Physiotherapie werden Kältebehandlungen, Tape-Verbände, Ultraschall und Elektrotherapien angewendet.
Auch im chronischen Stadium sind Medikamente im Einsatz. Die Physiotherapie arbeitet an der aktiven und passiven Beweglichkeit (unter anderem Manualtherapie oder Wasserbehandlung) und Wahrnehmung sowie Muskelaufbau.

Wann muss operiert werden?
Eine Operation ist immer dann ein Thema, wenn eindeutige Sehnenverletzungen oder Einengungen vorliegen oder wenn die Schmerzen stark und die Bewegungseinschränkung massiv ist.
Nicht jeder Sehnenriss muss operiert werden. Es kommt auf die Lebensumstände des Betroffenen an. Ein Beispiel: Mit einer gerissenen Rotatorenmanschette kann man nicht mehr endgradig den Arm heben oder zum Beispiel Sportarten wie Handball auf Spitzenniveau ausführen. Doch Alltagstätigkeiten sind nach gezieltem Beweglichkeits- und Kraftaufbau häufig weiterhin möglich. Eine Operation ist immer indiziert, wenn Schmerzen länger andauern, massiv sind oder durch den Riss die Schulterbeweglichkeit so gestört ist, dass andere Schulterstrukturen (zum Beispiel Schleimbeutel, Kapsel) geschädigt werden.

Experten in den Beiträgen:
Dr. med.
Ulrich Brunner
Rheumatologe
Kalchengasse 7
8302 Kloten

Mitja Saurer
Dipl. Physiotherapeut/Manualtherapeut
Praxis für Manualtherapie
Langstrasse 12
8004 Zürich

Dr. med.
Beat Dubs
Leiter Sonographie-Institut Bethanien
Privatklinik Bethanien, Toblerstr. 51
8044 Zürich

Marcel Enzler
Dipl. Physiotherapeut
Leiter Team Schulter
Physiotherapie
Uniklinik Balgrist Zürich
Forchstrasse 340
8008 Zürich

Dr. med.
Nadia Saupe
Radiologie
Uniklinik Balgrist
Forchstrasse 340
8008 Zürich

Dr. med.
Ralph Mayer
Oberarzt Orthopädie
Kantonsspital Bruderholz
4101 Bruderholz/BL

Experte im Studio:
Prof. Dr. med.
Christian Gerber
Ärztlicher Direktor Orthopädie (Schulter/Ellbogen)
Uniklinik Balgrist Zürich
Forchstrasse 340
8008 Zürich

Experten am Telefon:
Dr. med.
Josef Schönbächler
Rheumatologe
Bederstrasse 51
8002 Zürich

Dr. med.
Florian Brunner
Oberarzt
Physikalische Medizin und Rheumatologie
Uniklinik Balgrist
Forchstrasse 340
8008 Zürich

Dr. med.
S. Koch-Hoffmann
Assistenzärztin
Physikalische Medizin und Rheumatologie
Uniklinik Balgrist
Forchstrasse 340
8008 Zürich

PD Dr. med.
Bernhard Jost
Leitender Arzt
Orthopädie
Uniklinik Balgrist
Forchstrasse 340
8008 Zürich

Dr. med.
Ulrich Brunner
Rheumatologe
Kalchengasse 7
8302 Kloten