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Neuro-Urologie

Die Neuro-Urologie ist ein junges und dynamisches Spezialgebiet der Urologie mit grossem Erkenntniszuwachs und enormen Behandlungserfolgen in den letzten Jahrzehnten. So konnte beispielsweise die Lebenserwartung nach einer Rückenmarkverletzung erheblich gesteigert werden.

Auf einen Blick

Die Neuro-Urologie beschäftigt sich mit den Erkrankungen der ableitenden Harnwege und der Geschlechtsorgane nach einer Schädigung der sie versorgenden Nerven und ist in den 1970er Jahren aus der urologischen Rehabilitation querschnittgelähmter Patienten (Modellcharakter) entstanden.

Was wir diagnostizieren und therapieren

  • Harnblasenfunktionsstörungen
  • Störungen der Schliessmuskelfunktion
  • Sexualfunktionsstörungen
  • Ejakulationsstörungen
  • Urogenitale Schmerzsyndrome

Mit was Patienten zu uns kommen

  • Traumatischer Rückenmarkverletzung
  • Status nach Operationen an Wirbelsäule oder Rückenmark
  • Status nach Erkrankungen des Rückenmarks
  • Tumoren des Rückenmarks
  • Angeborener Fehlbildung des Rückenmarks (z.B. Spina bifida)
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson-Erkrankung
  • Status nach Schädel-Hirn-Trauma
  • Zerebrovaskulärer Erkrankung (z.B. Schlaganfall)
  • Harnblasen-, Sexual- und Darmfunktionsstörung nach Operationen im kleinen Becken
  • Harnblasenfunktionsstörung unklarer Ursache
  • Schmerzen im Urogenital-Bereich

Sprechstunde

Gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin.

+41 44 386 39 12
+41 44 386 39 09
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Abklärungen und Untersuchungen

Gespräch

Das Gespräch dient dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Aufbau eines Vertrauensverhältnisses. Es bildet die Grundlage für die weiteren Abklärungen / Untersuchungen und stellt damit die Basis für eine erfolgreiche Behandlung dar.

Blasentagebuch

Im Blasentagebuch werden Trinkmenge, Urinmenge, Harndrang-Episoden, Urinverlust, Gebrauch von Einlagen und allfällige Schmerzen über einen Zeitraum von 3-4 Tagen dokumentiert. Das Blasentagebuch widerspiegelt die Situation im Alltag und hilft uns, Ihre Beschwerden zu verstehen. Ein sorgfältig geführtes Blasentagebuch bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung.

Untersuchungen

Urin-Untersuchung

Mit der Urin-Untersuchung wird eine Blasenentzündung festgestellt oder ausgeschlossen. Zusätzlich kann die Urin-Untersuchung auch Hinweise auf andere Erkrankungen wie das Vorliegen eines Harnblasentumors oder einer Zucker-Krankheit (Diabetes mellitus) geben, so dass entsprechende weitere Abklärungen eingeleitet werden können.

Klinische Untersuchung

Die klinische Untersuchung dient dazu, krankhafte Veränderungen zu erkennen und abhängig von diesen Befunden weitere Abklärungen / Untersuchungen resp. entsprechende Therapien einzuleiten. Dazu gehört die Untersuchungen von Bauch, Genitalbereich, Damm und Darmausgang inklusive Abtastung des Enddarmes und beim Mann der Prostata.

Spiegelung der Harnröhre und Harnblase

Bei der Spiegelung der Harnröhre und der Harnblase (Urethro-Zystoskopie) wird ein optisches Instrument in die Harnröhre eingeführt und bis in die Harnblase vorgeschoben. Durch dieses Instrument (Zystoskop) lässt sich die Harnröhre und Harnblase von innen untersuchen. Narben, Steine, Tumoren, Entzündungen und andere krankhafte Veränderungen sind direkt erkennbar. Je nach Situation wird ein starres oder biegbares Instrument verwendet. In der Regel erfolgt diese Untersuchung in örtlicher Betäubung und verursacht nicht mehr Beschwerden als ein Blasenkatheter. Die Untersuchung kann auf einem Bildschirm mitverfolgt werden.

Ultraschall-Untersuchung

Die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) ist ein bildgebendes Verfahren ohne Strahlenbelastung. In der Neuro-Urologie werden damit die Nieren, Harnblase, Hoden und Nebenhoden sowie die Prostata untersucht.

Harnstrahlmessung

Bei der Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie) werden Sie auf einer speziellen Toilette Wasser lösen. Dabei wird der Harnstrahl aufgezeichnet und gemessen. Anschliessend erfolgt mit Ultraschall oder Katheterisierung eine Bestimmung des in der Harnblase verbliebenen Urins (Restharn-Bestimmung). Aus dem Kurvenverlauf der Harnstrahlmessung und der Restharn-Menge ergeben sich wichtige Hinweise für die Ursache Ihrer Beschwerden.

Urodynamische Untersuchung

Bei der urodynamischen Untersuchung wird die Funktion des Harntraktes untersucht. Es wird ein dünner Mess-Katheter (meist über die Harnröhre, seltener über die Bauchdecke) in die Harnblase und ein weiterer Katheter in den Enddarm eingeführt. Am Beckenboden werden Elektroden angebracht. Die Harnblase wird über den Mess-Katheter computer-gesteuert mit Kochsalzlösung gefüllt. Die Drücke in der Harnblase und dem Bauchraum sowie die Aktivität des Beckenbodens werden aufgezeichnet, so dass die Funktion des Harntraktes während der Harnblasenfüllung und -entleerung beurteilt werden kann. Um Veränderungen der Form der Harnblase sowie einen Rückfluss (Reflux) in Harnleiter resp. Niere zu erkennen, wird die Harnblase mit einem Kochsalz-Kontrastmittel-Gemisch gefüllt (sogenannte Video-Urodynamik). Damit während der Harnblasenfüllung krankhafte Veränderungen des Blutdruckes und der Herzfrequenz erkannt und behandelt werden können, erfolgt zusätzlich eine Herzkreislauf-Überwachung.

Samengewinnung

  • Vibrostimulation
    Wenn auf natürlichem Weg kein Samenerguss möglich ist, kann durch Stimulation der Eichel mit einem speziellen Vibrator (Vibrostimulation) bei vielen Patienten ein Samenerguss ausgelöst werden und dadurch die Samengewinnung erfolgen.
     
  • Transrektale Elektroejakulation
    Im Falle einer erfolglosen Vibrostimulation kann mit transrektaler Elektroejakulation oft erfolgreich eine Samengewinnung erfolgen. Mit einer in den After eingeführten elektrischen Sonde wird stimuliert, wobei das Verfahren schmerzhaft und deswegen eine Narkose notwendig ist, ausser bei Patienten mit kompletter Rückenmarksverletzung (hier kann die transrektale Elektroejakulation ohne Narkose erfolgen).

Behandlungen und Therapien

Medikamente

Nach zielgerichteten Untersuchungen können problem-orientiert mit speziellen Medikamenten Harnblasen-, Sexual- und Darmfunktionsstörungen sowie Beckenschmerzen therapeutisch angegangen werden.

Katheter

Wenn nach dem Wasserlösen zu viel Urin zurückbleibt, kann mittels Katheter die Harnblase vollständig entleert werden. Es wird zwischen Einmalkatheter (intermittierender Selbst- resp. Fremd-Katheterismus: intermittierender Katheterismus selbst durch Patient oder durch Fremd-Person) und Dauerkatheter (durch die Harnröhre (transurethraler Dauerkatheter), durch die Bauchdecke (suprapubischer Dauerkatheter)) unterschieden. Wenn immer möglich ist der Einmalkatheterismus dem Dauerkatheter vorzuziehen.

Beckenbodentherapie

Regelmässig durchgeführte Beckenbodentherapie kann bei Harnblasen- und Darmfunktionsstörungen sowie Becken-Schmerzen zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden führen.

Neuromodulation

Bei der Neuromodulation (Stromtherapie) werden mit elektrischer Stimulation durch eine Beeinflussung von Rückenmarksreflexen und Gehirnzentren Fehlfunktionen von Organen positiv beeinflusst. Damit können Harnblasen-, Sexual- und Darmfunktionsstörungen sowie Becken-Schmerzen therapeutisch angegangen werden. Die Neuromodulation kann über eine Stimulation in der Scheide / im Enddarm / am Penis (TENS), über eine Stimulation des Schienbeinnervs (Tibalnerv (TTNS, PTNS)) oder eine Stimulation der Nervenwurzeln des Kreuzbeins (sakrale Neuromodulation) erfolgen.

Botulinum-A-Toxin-Behandlung (Botox)

Botulinum-A-Toxin ist das stärkste natürlich vorkommende Gift und wird bei der Therapie der überaktiven Harnblase und Dranginkontinenz seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Nach örtlicher Betäubung wird ein optisches Instrument (Zystoskop) über die Harnröhre in die Harnblase eingebracht. Über den Arbeitskanal des optischen Instruments (Zystoskop) wird mit einer sehr feinen Nadel an 10-30 Stellen Botulinum-A-Toxin (Botox) in den Harnblasenmuskel eingespritzt. Die überaktive Harnblase wird für ca. 9-12 Monate «beruhigt». Treten wieder Beschwerden auf, kann die Therapie wiederholt werden.

Erfahren Sie mehr in unserem Blog über diese Methode.

Operationen bei Harnbelastungsinkontinenz

Wenn Beckenbodenphysiotherapie und Medikamente zu keiner relevanten Verbesserung des Urinverlusts bei Husten, Niesen, Lachen und körperlicher Belastung führen, kann mit der Einlage eines Kunststoffbandes unter die Harnröhre oder mit der Einpflanzung eines künstlichen Schliessmuskels geholfen werden.

Prostata-Operationen

  • Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P, «kleine Prostata-Operation»)
    Bei der transurethralen Resektion der Prostata (TUR-P, «kleine Prostata-Operation») wird nach Einführen des optischen Instruments in die Harnröhre mit einer elektrischen Schlinge und Hochfrequenzstrom die Prostata von innen her «ausgeschält», um den Urinabfluss zu verbessern.
     
  • Offene Ausschälung der Prostata (Adenom-Enukleation)
    Bei sehr grosser Prostata empfiehlt sich die offene «Ausschälung»: Durch einen kleinen Unterbauchschnitt wird die Harnblase eröffnet und die vergrösserten Prostata-Anteile werden durch die Hand des Operateurs entfernt.
     
  • Radikale Prostatektomie («grosse Prostata-Operation»)
    Eine mögliche Behandlung von Prostatakrebs ist die vollständige Prostata-Entfernung (radikale Prostatektomie, «grosse Prostata-Operation»). Dabei wird die Prostata inklusive Samenblasen und den dazugehörigen Lymphknoten entfernt.

Harnblasen-Operationen

  • Transurethrale Resektion der Blase (TUR-B)
    Bei unklaren Veränderungen in der Harnblase wird nach Einführen des optischen Instruments (Zystoskops) in die Harnröhre mit einer elektrischen Schlinge und Hochfrequenzstrom die Harnblasen-Veränderung herausgeschnitten (TUR-B, transurethrale Resektion der Blase).
     
  • Harnblasenstein-Entfernung
    Meist entstehen Harnblasensteine, wenn der Abfluss des Urins aus der Harnblase behindert ist. Ferner wird die Steinbildung durch Fremdkörper wie Dauerkatheter begünstigt. Nach Einführen des optischen Instruments (Zystoskop) über die Harnröhre in die Harnblase werden die Harnblasensteine mit einem speziellen Instrument je nach Grösse zerkleinert und anschliessend entfernt.
     
  • Harnblasenaugmentation (Vergrösserung der Harnblase mit Dünndarm)
    Wenn Medikamente, Stromtherapien und Botulinum-A-Toxin-Therapien keine genügende Wirkung zeigen, kann eine Harnblasenaugmentation nötig werden. Ein Stück des eigenen Dünndarms wird in die Harnblase eingenäht und damit eine Vergrösserung des Harnblasenvolumens sowie eine Senkung der für die Nieren gefährlichen Harnblasendrücke erreicht. Nach diesem Eingriff erfolgt die Harnblasenentleerung in der Regel über den intermittierenden Selbstkatheterismus.
     
  • Harnblasenentfernung (Zystektomie) und innere / äussere Harnableitung
    Wenn alle Therapien versagen, kann in seltenen Fällen eine Harnblasenentfernung (Zystektomie) notwendig werden. In einem grossen Eingriff wird über einen Bauchschnitt, evtl. unterstützt durch den Operations-Roboter, die Harnblase entfernt. Als Folge davon muss der Urin durch eine innere oder äussere Harnableitung aus dem Körper geleitet werden.
    • Bei der inneren Harnableitung (katheterisierbarer Nabel-Pouch) wird mit einem Stück des eigenen Dünndarms ein Reservoir gebildet, das Urin speichern kann. Dieses Reservoir wird über den Bauchnabel ausgeleitet und muss in regelmässigen Abständen durch einen Katheter über den Bauchnabel entleert werden.
    • Bei der äusseren Harnableitung (Urostoma) werden die Harnleiter in ein Stück des eigenen Dünndarms eingenäht, das über die Bauchdecke nach aussen abgeleitet wird. Über diesen künstlichen Ausgang wird der Urin in einem Plastikbeutel aufgefangen, welcher mit einer Kunststoffplatte auf die Haut aufgeklebt wird.

 

Zweitmeinung und Gutachten

Gerne beurteilen wir Sie im Sinne einer Zweitmeinung. Dazu können Sie mit unserer Disposition einen entsprechenden Termin vereinbaren. Alle vorhandenen auswärtigen Berichte sollten Sie unserer Disposition vor dem Konsultationstermin zustellen.
+41 44 386 39 12

Gerne sind wir bereit, Gutachten zu erstellen. Eine entsprechende Kostenschätzung erfolgt nach Beurteilung der Akten. Anschliessend wird das Kostendach zusammen mit dem Auftraggeber vereinbart.

Forschungsprojekte

Die Neuro-Urologie forscht an Theman wie der Behandlung und der neurophysiologischen Beurteilung der intakten und der beeinträchtigten Funktion der unteren Harnwege.

Offene Stellen

Die intensive Zusammenarbeit mit unseren Partnerinstitutionen bildet einen wichtigen Bestandteil für die Entwicklung unserer Forschungsprojekte.

Publikationen

Laufend veröffentlichen unsere Forscher ihre neusten Erkenntnisse in verschiedenen Fachmagazinen. Unter dem nachfolgenden Link finden Sie die Übersicht unserer Publikationen.

Informationen für Zuweisende

Unser Fokus

Wir bieten Ihren Patientinnen und Patienten eine interdisziplinäre Abklärung und Therapie des gesamten Spektrums von Harnblasen-, Sexual- und Darmfunktionsstörungen sowie Beckenschmerzen. Diese Beschwerden bedeuten oft eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität, doch dies muss nicht sein – es kann auf vielfache Weise geholfen werden.

Indikationen und Leistungsspektrum

Das Neuro-Urologie-Team unter der Leitung von Prof. Dr. med. Thomas M. Kessler hat sich auf die Abklärung und Therapie von folgenden Problemen spezialisiert

  • Harnblasenfunktionsstörungen
  • Harnwegsinfekte
  • Störungen der Schliessmuskelfunktion und des Beckenbodens
  • Sexualfunktionsstörungen
  • Darmfunktionsstörungen in Kombination mit Harnblasenfunktionsstörungen
  • Urogenitale Schmerzsyndrome

Folgende medizinischen Leistungen bieten wir an

  • Interdisziplinäre Abklärungen inklusive urethro-zystoskopische, video-urodynamische und neurophysiologische Untersuchungen
  • Samengewinnung durch Vibrostimulation und transrektale Elektroejakulation
  • Beckenboden- und medikamentöse Therapien
  • Katheter-Behandlungen (Einmalkatheterismus, transurethraler oder suprapubischer Dauerkatheter)
  • Neuromodulative Therapien (transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), perkutane tibiale Nervenstimulation (PTNS), transkutane tibiale Nervenstimulation (TTNS), sakrale Neuromodulation (SNM)
  • Botulinum-A-Toxin-Injektionen (Botox) in den Detrusor / Sphinkter
  • Prostata- und Harnblasen-Operationen
  • Unabhängige Zweitmeinungen und Gutachten

Nutzen für Ihre Patienten

Unser medizinisches Angebot hat für Ihre Patienten folgende Vorteile

  • Abklärungen und Therapien des gesamten Spektrums von Harnblasen-, Sexual- und Darmfunktionsstörungen sowie von Becken-Schmerzen
  • Interdisziplinäres Management zusammen mit Neurologen, Urologen, Gynäkologen, Reproduktionsmedizinern, Gastroenterologen, Orthopäden, Wirbelsäulenchirurgen, Neurochirurgen, Infektiologen, Schmerztherapeuten, Internisten, Rheumatologen, Kardiologen, Pädiatern, Kinderchirurgen und Psychiatern
  • Patientenbezogene, universitäre klinische Forschung zur stetigen Verbesserung der Abklärungen und Therapien