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Mit «Bakterien-Killern» gegen Harnwegsinfekte

Sinergia Grant

Bakteriophagen gelten als mögliche Wunderwaffe im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen. Erstmals sollen nun «Designer-Bakteriophagen» zur Bekämpfung von Harnwegsinfektionen eingesetzt werden.

Harnwegsinfekte sind sehr häufig und zählen zu den wichtigsten Gesundheitsproblemen unserer Gesellschaft. Insbesondere der unkritische Einsatz von Antibiotika führte weltweit zu einem dramatischen Anstieg resistenter Bakterien, so dass bei gewissen Infektionen keine wirksamen Antibiotika mehr zur Verfügung stehen. Schlagkräftige neue Antibiotika sind nicht in Sicht, gesucht sind dringend alternative Therapie-Möglichkeiten.

Durchbruch im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen möglich

Natürliche «Bakterien-Killer», sogenannte Bakteriophagen, auf Deutsch «Bakterien-Fresser», gelten als mögliche Wunderwaffe im Kampf gegen die Antibiotika-Resistenzen. Bakteriophagen sind Viren, die überall vorkommen und wie kleine Marsroboter aussehen. Sie heften sich an die Oberfläche von Bakterien, schleusen ihr Erbmaterial in das der Bakterien ein und programmieren es so um, dass Hunderte von neuen Bakteriophagen entstehen. Sie bringen die Bakterien schliesslich zum Platzen und fallen dann über weitere Bakterien her. Diese natürlichen Bakterien-Killer sollen nun in einem vom SNF geförderten gemeinsamen Forschungsprojekt der Universitätsklinik Balgrist, der ETH Zürich und des Inselspitals Bern zur Bekämpfung von Harnwegsinfekten eingesetzt werden. Die Forschenden um Prof. Martin Loessner von der ETH Zürich gehören zu den führenden Bakteriophagen-Spezialistinnen und -Spezialisten der Welt. «Für unser gemeinsames Forschungsprojekt werden sie künstliche Bakteriophagen, sogenannte «Designer-Bakteriophagen» herstellen («engineered bacteriophages»), die wir gezielt bei Patientinnen und Patienten mit Harnwegsinfekten einsetzen werden», so Prof. Dr. Thomas M. Kessler, Chefarzt Neuro-Urologie an der Universitätsklinik Balgrist und Leiter dieses vielversprechenden Forschungsprojekts. «Dieser Therapie-Ansatz ist weltweit einzigartig und könnte zu einem Durchbruch im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen führen».

Kontakt für weitere Informationen

Universitätsklinik Balgrist
Kommunikation
+41 44 386 14 15