Beitrag von Priska Scherzer, Branding
Das Knie: Ursachen statt Symptome behandeln
Das Knie ist ein äusserst komplexes Gelenk, das täglich vielen Belastungen ausgesetzt ist. Wird es geschädigt, stellt sich deshalb nicht nur die Frage, wie die betroffene Struktur behandelt wird, sondern vor allem, was die Ursache ist. Fehlstellungen der Beinachse, Instabilitäten oder lokale Knorpel- oder Meniskusschäden können die Funktion des Gelenks beeinträchtigen.
Je nach Ausgangslage kann eine Korrektur der Beinachse die Belastung vom geschädigten auf den gesunden Gelenkbereich verlagern. Bei anderen Patientinnen und Patienten stehen die Stabilisierung des Knies im Vordergrund oder die Behandlung lokaler Schäden. Welche Methode infrage kommt, hängt unter anderem vom Zustand des Gelenks, von der Ursache der Beschwerden und von den individuellen Bedürfnissen ab.
Besonders bei jüngeren und aktiven Menschen mit einem lokal begrenzten Gelenkschaden und einem sonst gut erhaltenen Knie können solche Eingriffe eine Möglichkeit sein, das eigene Gelenk langfristig zu bewahren. Für die Behandlungsplanung setzt der Balgrist auf langjährige Erfahrung in der gelenkerhaltenden Kniechirurgie und auf moderne 3D-Bildgebung und computerassistierte Verfahren. So lassen sich auch komplexe Fehlstellungen präzise analysieren und die Behandlung individuell planen.
Die Hüfte: Wenn die Passform nicht stimmt
Was am Knie gilt, gilt auch an der Hüfte: Wenn man die Ursache versteht, kann das Gelenk oft erhalten bleiben. An der Hüfte umfasst die gelenkerhaltende Chirurgie Eingriffe, die Gelenkarchitektur, Passform und Biomechanik verbessern. Das lindert Schmerzen und kann eine vorzeitige Abnutzung verhindern.
Woran erkennt man, dass mit der Hüfte etwas nicht stimmt? Ein Warnsignal sind anhaltende Leistenschmerzen. Gerade bei jungen Erwachsenen können sie auf eine Störung der Gelenkform hinweisen. Lassen die Schmerzen trotz konservativer Behandlung auch nach zwei bis drei Monaten nicht nach, empfiehlt sich eine Abklärung bei einer Spezialistin oder einem Spezialisten.
Kommt es doch zu einem Eingriff, stehen am Balgrist verschiedene Möglichkeiten offen: von der Gelenkspiegelung (Arthroskopie) bis zur Osteotomie, bei der die Knochenstellung am Becken oder Oberschenkelknochen korrigiert wird. Bei ausgeprägten Fehlstellungen sind auch dreidimensionale Korrekturen mit patientenspezifischen Instrumenten möglich.
Welche Behandlung geeignet ist, richtet sich nach den Beschwerden, den Erwartungen der Patientinnen und Patienten und dem aktuellen Stand der Forschung. Entscheidend ist auch der Zustand des Gelenks. Bei fortgeschrittener Arthrose bringt ein gelenkerhaltender Eingriff kein gutes Resultat mehr und ist oft nicht sinnvoll.
Und danach? Nach einer ersten Rehabilitationsphase, deren Dauer vom jeweiligen Eingriff abhängt, sind Alltag und Bewegung wieder möglich, auch sportliche Aktivitäten. Oft gelingt das sogar besser als vor der Operation.
Die Wirbelsäule: Beweglichkeit erhalten, schonend operieren
Bei der Wirbelsäule steht nicht nur der Erhalt der Wirbelkörper, sondern auch die Beweglichkeit im Vordergrund. Wenn konservative Behandlungen nicht ausreichen, können schonende operative Verfahren Nerven und Rückenmark entlasten, ohne die für die Stabilität wichtigen Strukturen unnötig zu beeinträchtigen. Möglich ist das mit der vollendoskopischen Wirbelsäulenchirurgie, bei der mit einer Kamera durch kleine Zugänge operiert wird, auch Stellen, die früher nur im Rahmen einer Versteifungsoperation behandelt werden konnten. So lassen sich beispielsweise Bandscheibenvorfälle behandeln oder Verengungen des Spinalkanals beheben, ohne das umliegende Gewebe stark zu verletzen.
Endoskopische Verfahren können die Beweglichkeit und Stabilität des betroffenen Wirbelsäulensegments besser erhalten als bestimmte offene Operationstechniken. Besonders geeignet sind sie, bei Veränderungen an nur einer oder zwei Stellen der Wirbelsäule und wenn keine relevante Instabilität vorliegt. Bei ausgeprägter Instabilität oder einer Deformität kann hingegen eine stabilisierende Operation weiterhin notwendig sein.
Neben endoskopischen und mikrochirurgischen Verfahren kommen am Balgrist auch Bandscheibenprothesen und schraubenfreie dynamische Stabilisierungstechniken zum Einsatz. Dazu gehört auch die Vertebropexie, eine neue, derzeit noch im Rahmen einer Studie angewandte Methode, bei der die Wirbelsäule nicht versteift, sondern mit Bändern stabilisiert wird. Welche Methode geeignet ist, hängt von der Art und dem Ausmass der Veränderung sowie von der Stabilität der Wirbelsäule ab.
Gelenkerhalt beginnt mit der Frage, was die Beschwerden verursacht. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt GESUNDHEITHEUTE in einer dreiteiligen Serie.
Knie: Gezielte Behandlung von Fehlstellungen, Instabilitäten sowie Knorpel- und Meniskusschäden, um eine Knieprothese hinauszuzögern oder zu vermeiden. Mit Prof. Fucentese und PD Dr. Vlachopoulos.
Hüfte: Gelenkform und -funktion verbessern, Schmerzen lindern und frühzeitigen Verschleiss verhindern. Mit Prof. Zingg und PD Dr. Hoch.
Wirbelsäule: Beweglichkeit erhalten, mit Bandscheibenprothesen und Vertebropexie. Prof. Farshad erklärt moderne Behandlungsmöglichkeiten.
