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Forschung Orthopädie

An der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist wird sowohl direkt patientenbezogen, wie auch experimentell geforscht. Im Balgrist Campus arbeiten Forscher, Mediziner und Entwickler zusammen, um die Probleme von Patienten, die an Erkrankungen des Bewegungsapparats leiden, zu verringern und zu beseitigen.

In den Forschungslaboratorien der Orthopädie werden an Modellen und lebendem Gewebe Krankheitsmechanismen studiert, um Krankheitsprozesse wie die Metastasierung von Tumoren, Entwicklung von Zellen zu Knorpel oder Knochen oder Untergang von Muskelzellen fundamental verstehen und dann auch beeinflussen zu können. Mit der experimentellen Forschung wollen wir nicht nur orthopädische Krankheiten besser verstehen, sondern wir arbeiten mit dem Ziel, diese dereinst verhindern oder heilen zu können.

Zertifizierte Fort- und Weiterbildung

Studierenden der Universität Zürich und anderer Herkunft vermitteln wir das neueste Wissen und praktisches Können. In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen führen wir Ärztinnen und Ärzte mit abgeschlossenem Medizinstudium bis zur Fachärztin oder zum Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie. Die Universitätsklinik Balgrist ist vom Schweizerischen Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF als Weiterbildungsstätte anerkannt. Das SIWF anerkennt insbesondere unsere geleistete Unterstützung für die ärztliche Weiterbildung.

Physician Scientist Fast Track

Der Physician Scientist Fast Track ist die fachliche und akademische Förderung von ausserordentlich begabten jungen Assistenzärztinnen und –ärzten. Die Kandidaten werden klinisch und wissenschaftlich ausgebildet mit dem Ziel, den Facharzt Orthopädie oder Traumatologie inkl. Fellowship und/oder Master of Science zu erlangen.

Voraussetzungen, um in das Fast Track Programm aufgenommen zu werden:

  • Ausserordentlicher wissenschaftlicher und/oder klinischer Leistungsausweis
  • Ein fachlich sowie persönlich hohes Potential
  • Hohes Interesse und Ambition
  • Geeignete Persönlichkeitseigenschaften

Die Kandidaten werden anhand folgender Leistungsgrundsätze gefördert und geprüft:

  • Wie entwickelt sich ihre Leistung in der Forschung sowie im klinischen Bereich (Theorie und Praxis)
  • Persönlichkeitsentwicklung und Begabung für zukünftige Führungsfunktionen (zwischenmenschlicher Umgang mit Patienten, Mitarbeitenden und Kollegen)
  • Sehr hohe Zielvorgaben hinsichtlich erbrachten Leistungen, die nicht im gewöhnlichen Arbeitsrahmen erledigt werden können

Videos rund um Forschungs- und Wissenschaftsprojekte

Forschung Wirbelsäule

Die Herstellung patientenspezifischer Modelle ist ein Forschungsschwerpunkt der Wirbelsäulenchirurgie. Die Anatomie des Patienten wird digitalisiert. Dies erlaubt einen auf den Patienten zugeschnittenen Eingriff vorgängig am Computer zu simulieren, um so die Konsequenzen auf den Bewegungsapparat besser zu prognostizieren.

Hightech-Operationssaal

Bei der Entfernung eines Tumors in unzugänglicher Lage sind computergestützte Technologien wie 3D-Drucker im Operationssaal hilfreich. Der Schwerpunkt des Team ROCS (Research in Orthopedic Computer Science) ist die computergestützte orthopädische Chirurgie, unterteilt in computergestützte Planung sowie Forschung und Entwicklung. 

Balgrist Campus

Der Balgrist Campus ist ein modernes muskuloskelettales Forschungszentrum nationaler Bedeutung. Forscher, Ärzte, Entwickler und die Industrie arbeiten zusammen und setzen ihr Wissen gezielt ein, um die Probleme der Patienten zu lösen und modernste Therapieansätze weiter zu entwickeln.

Klinische Forschung Orthopädie

Einzelne Teams der klinischen Forschung identifizieren Abklärungs- und Behandlungsmethoden, die heute noch unbefriedigend sind. In Zusammenarbeit mit Forschungsinstitutionen werden diese Probleme systematisch studiert und Lösungsvorschläge erarbeitet, die auf ihre Realisierbarkeit und ethische Unbedenklichkeit geprüft werden.

Falls neue, sehr erfolgsversprechende und für Patienten unbedenkliche Methoden erkannt und entwickelt worden sind, werden sie unter sorgfältiger Beachtung aller wissenschaftlichen und ethischen Kriterien klinisch geprüft, und bei nachgewiesenem Erfolg auch anderen medizinischen Institutionen zur Verfügung gestellt.

    Schulter und Ellbogen

    • Rotatorenmanschettenrupturen verursachen Ausfälle am Arbeitsplatz und schmerzhafte Funktionseinschränkungen: Ursache von Rotatorenmanschettenrupturen? Massnahmen zur Prävention und wirksame Therapien?
    • Sekundäre Veränderungen nach Rotatorenmanschettenruptur, insbesondere in den Muskeln, sind progredient und irreversibel: Ätiologie und molekulare Mechanismen der Fettinfiltration von Muskeln; Umkehrung dieser Veränderung?
    • Bei welchen Sehnenrupturen ist eine Rekonstruktion angezeigt, welche sollten anders behandelt werden?
    • Die Schulterprothetik hat grosse Fortschritte gemacht: Optimale Auswahl und Implantation der prothetischen Versorgung der Schulter, Analyse der Langzeitergebnisse auch im Hinblick auf die Kombination mit Zusatzeingriffen wie z.B. Sehnenverpflanzung.

    Wirbelsäule

    Bestandteil einer universitären, hochspezialisierten Wirbelsäulenchirurgie ist die wissenschaftliche und analytische Denkweise und das Vorgehen basierend auf bestehender Evidenz. Das Schaffen von neuem Wissen beruht auf Kenntnis über bestehendes Wissen und versichert den neusten Kenntnisstand der behandelnden Ärzte.

    Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Wirbelsäulenchirurgie sind:

    • die Beantwortung von offenen klinischen Fragen in der direkten klinischen Anwendung. Der Fokus liegt auf Vorhersagbarkeit von Behandlungserfolgen durch modernste Technologien sowie auf Innovation neuartiger chirurgischen Techniken basierend auf Betrachtung der patientenspezifischen Anatomie / Pathologie sowie Kinematik.
    • patientenspezifische Simulationen und Risiko-Reduktion von Eingriffen. Dies ist durch eine einzigartige Zusammenarbeit mit Ingenieuren, Biomechaniker, Biologen, Informatiker und anderen Disziplinen möglich.

    Hand

    • Potenzial und Realisierbarkeit computergestützter Chirurgie bei Traumata: Anwendung der mit der CARD-Technologie bei Osteotomien gewonnenen Erfahrung auf Frakturen
    • Mechanismen von Unterarm-Instabilität und -Steifigkeit: Entwicklung eines Knochen-Weichteilgewebe-Modells des Unterarms
    • Nichtpassen herkömmlicher Implantate bei anatomischen Abweichungen: Optimierung herkömmlicher Platten zu patientenspezifischen Implantaten

    Hüfte

    • Trochanter-major-Schmerzsyndrom (engl. Greater Trochanteric Pain Syndrome, GTPS): natürlicher Verlauf der Hüftabduktoren-Tendinopathie
    • Anatomische Rekonstruktion beim totalen Hüftgelenkersatz: 3D-Planung und ‑Navigation beim primären totalendoprothetischen Hüftgelenkersatz

    Knie

    • Instabilitäten: Patellofemoralgelenk Wann und in welchem Fall welche Operation?
    • Knorpel: Wie lässt sich die Arthroseentwicklung verlangsamen?
    • Instabilitäten VKB (Verletzung Vorderes Kreuzband)
      Osteolytische Reaktion nach Rekonstruktion
    • Frühe Arthrose: Osteotomien
      Wie starke Korrektur und Gangbeeinflussung? Regenerative Behandlung
    • Schmerzen nach Knietotalarthroplastik
      Kinematik und Ganganalyse, Bandbalancierung und Koordination

    Fuss

    • Korrekturosteotomien: Bedeutung von CARD und erweiterter Realität
    • Behandlung fokaler Knorpelschäden: Langzeit-Ergebnisse mit der AMIC-Plastik
    • Sehnenerkrankungen: Behandlung der Achillessehnen-Tendinose
    • Charcot

    Technische Orthopädie

    • Erforschung des Pathomechanismus bei Charcot-Fuss: Gibt es ein für den Krankheitsverlauf verantwortliches Charcot-Protein?
    • Personalisierung der Behandlung bei schlecht heilenden Wunden: Welches Material zur Wundbehandlung ist wann und für wen ideal?
    • Entwicklung sensorischer Prothesen: Kann eine bestimmte neurologische Stimulation Phantomschmerzen lindern?

    Tumoren

    • Definition von Tumorfläche und -aktivität: Was sind genaue Instrumente zur Vorhersage der Tumoraktivität?
    • Intraoperative Sicherheit und Genauigkeit von Tumorresektionen: Wie lassen sich mit technischen Hilfsmitteln die Planung und Durchführung von Tumoroperationen verbessern?
    • Translationsforschung
      Verbesserte systemische Behandlung von Sarkom-Patienten durch frühzeitige Erkennung und Prognosestellung: Messung der Tumorzellen im Blut («Liquid Biopsy») zur verbesserten Diagnose- und Prognosestellung sowie zur Überwachung des Therapieansprechens.

    Research in Orthopedic Computer Science

      • Funktionale präoperative Planung: Notwendigkeit zur Vorhersage der postoperativen Funktionen des Patienten
      • Automatisierung: Kostensenkung bei computergestützter Chirurgie
      • Neue Indikationen: Outcome-Verbesserung durch Anwendung von Navigationen bei mehr Eingriffen

      Infektiologie und Spitalhygiene

      Die Universitätsklinik Balgrist betreibt klinische und laborspezifische Forschung von (orthopädischen) Infektionen. Dies macht sie zusammen mit Kolleginnen und Kollegen des Universitätsspitals Zürich, verschiedenen Teams innerhalb unserer Klinik sowie der Abteilung UCAR (Unit for Clinical and Applied Research) und anderen Forschungsgruppen im In- und Ausland. Die Schwerpunkte liegen in der Therapieoptimierung, Diagnostik, Epidemiologie und der Spitalhygiene/Prävention dieser Infektionen.

      Kontakt

      UCAR - Unit for clinical and applied research

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      Prof. Dr. med. Ilker Uçkay
      Leiter Abteilung für klinische und angewandte Forschung

      Sekretariat UCAR
      +41 44 510 73 71
      E-Mail