Sprechstunde für Engstellen an der Halswirbelsäule (Degenerative Zervikale Myelopathie)
Die degenerative zervikale Myelopathie (DCM) ist eine fortschreitende Erkrankung der Halswirbelsäule, bei der das Rückenmark durch altersbedingte Verschleisserscheinungen eingeengt wird. Verschleiss der Bandscheiben, knöcherne Anbauten oder verdickte Bänder können dazu führen, dass die Nervenbahnen im Halsbereich unter Druck geraten. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend und kann unbehandelt zu zunehmenden neurologischen Einschränkungen führen.
Typische Beschwerden, die bei einer DCM auftreten, sind ein komisches Gefühl der Hände, Gangunsicherheit, Störungen der Feinmotorik in den Händen, Kraftverlust, Sensibilitätsstörungen, Nacken- und Armschmerzen oder auch eine Spastik (erhöhte Muskelspannung). Aufgrund der unterschiedlichen und anfangs sehr unspezifischen Symptome einer DCM ist diese schwer zu erkennen. In dieser Sprechstunde sind Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachbereiche und Abteilungen im Einsatz. Gemeinsam mit den Experten der Wirbelsäulenchirurgie bieten wir im Rahmen des Wirbelsäulenzentrums eine umfassende Betreuung der Betroffenen mit umfassender Diagnostik und individuell abgestimmter Therapie. Ein frühzeitiges Erkennen und gegebenenfalls das Durchführen einer erforderlichen Operation sind sehr wichtig um dauerhafte Probleme zu verhindern.
Ganganalyse: Zusammenarbeit mit dem Swiss Center for Movement Analysis
Durch die Engstelle beeinträchtigte Nerven, die zu den Beinen führen, verursachen bei vielen Patientinnen und Patienten charakteristische Gangveränderungen – oft noch bevor andere Symptome deutlich werden. Mittels High-End-Technologie wie Infrarotkameras, Kraft- und Druckmessplatten und Messungen der Muskelaktivität (Elektromyographie) erfassen wir sämtliche Bewegungsabläufe deteiliiert und können frühzeitig Einschränkungen im Rahmen der Erkrankung objektivieren, den Krankheitsverlauf überwachen und die Wirksamkeit von Therapien messen.
Diagnostik und Beurteilung
- Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und der funktionellen Einschränkungen
- Ausführliche neurologische Untersuchung
- Bildgebung der Halswirbelsäule mittels Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT), evtl. Computertomographie (CT)
- Neurophysiologische Messungen wie MEP (Motorisch Evozierte Potenziale), SSEP Somatosensorisch Evozierte Potenziale), und Kontakthitze-evozierten Potentialen (CHEPs) zur Beurteilung der Nervenfunktion
- Beurteilung von Gangbild und Handfunktion mittels detaillierter Messverfahren in Kooperation mit dem Swiss Center for Movement Analysis (SCMA)
- Regelmässige Verlaufskontrollen, um frühzeitig ein Fortschreiten der Erkrankung zu erkennen
Konservative Therapien
- Physiotherapie zur Verbesserung von Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Gleichgewicht
- Ergotherapie zur Unterstützung der Handfunktion und der Alltagsaktivitäten
- Schmerztherapeutische Massnahmen
- Beratung zu Alltagsanpassungen und Belastungsmanagement
- Individuelle Trainingsprogramme basierend auf den Ergebnissen der Bewegungsanalyse
Medikamentöse Behandlung
- Schmerzmedikamente
- Medikamente zur Reduktion erhöhter Muskelspannung (Antispastika)
Operative Behandlung
Bei ausgeprägter Einengung des Rückenmarks im Halsbereich und fortschreitenden neurologischen Ausfällen kann ein operativer Eingriff notwendig werden. Die Operation hat zum Ziel, die einengenden Verknöcherungen oder Teile von Wirbelkörpern zu entfernen und so das Rückenmark zu entlasten und anschliessend die Halswirbelsäule wieder zu stabilisieren. Die Operation kann durch unsere Experten der Wirbelsäulenchirurgie angeboten werden.
Kontakt
Gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin.
Sekretariat
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des Ambulatoriums.


