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Sprechstunde für Schluckabklärung

Der Mensch schluckt pro Tag bis zu 2000 Mal. Auch neben den Mahlzeiten arbeiten bei jedem Schluckakt 56 Muskelpaare, unzählige Hirnnerven und -areale präzise zusammen und transportieren den Speichel vom Mund in den Magen. Bei einer Schluckstörung (Dysphagie) ist dieser Transport beeinträchtigt. 

Nebst körperlichen Beschwerden werden die reine Nahrungsaufnahme, aber auch der Essgenuss und der damit verbundene gesellschaftliche Aspekt zur Belastung. Auch Komplikationen wie eine Lungenentzündung können bei einer Schluckstörung entstehen.

In dieser Spezialsprechstunde klären wir Schluckbeschwerden ab und erarbeiten einen geeigneten Therapieplan. Die Ursachen einer Dysphagie sind vielseitig, entsprechend umfangreich ist unsere Expertise und das Behandlungsspektrum. Dazu ist ein erfahrenes, interdisziplinäres Team aus den Fachbereichen Neurologie, Logopädie, Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie und Ernährungsberatung im Einsatz. Das gemeinsame Ziel ist, die Schluckfunktion zu verbessern, die Lebensqualität zu erhöhen und schwerwiegende Folgekomplikationen, wie beispielsweise eine Lungenentzündung zu vermeiden.

Schluckstörung und Querschnittlähmung

Querschnittgelähmte Patientinnen und Patienten mit Verletzungen im Halswirbelbereich sind anfällig für Schluckstörungen, weil das komplexe Muskel-Nerven-Zusammenspiel des Schluckakts gestört sein kann. Einliegende Trachealkanülen oder Operationen im Bereich der Halswirbelsäule erhöhen das Risiko für eine Schluckstörung. Zusätzliche Verletzungen der zuständigen Gehirnzentren durch Schädel-Hirn-Trauma oder Lähmungen als Folge von Multipler Sklerose sowie viele andere neurologische Probleme sind ebenfalls mögliche Auslöser.

Mögliche Ursachen

  • Hochgradige Querschnittlähmung mit Einsatz von Trachealkanülen
  • Operationen im Halswirbelsäulenbereich
  • Neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, Demenz
  • Schädel-Hirn-Trauma in Kombination mit Rückenmarkverletzung
  • Status nach Schlaganfall
  • Tumorerkrankungen im Kopf-Hals-Bereich und deren Behandlung
  • Psychische Belastungen
  • Alterungsprozesse (Presbyphagie) 

Typische Symptome

  • Häufiges Verschlucken, Husten, Räuspern
  • Gefühl, dass Nahrung im Hals stecken bleibt
  • Dauernder Speichelfluss
  • Kurzatmigkeit beim Essen
  • Nahrung oder Speichel läuft aus dem Mund
  • Belegte, raue oder heisere Stimme
  • Stimmveränderungen nach dem Schlucken
  • Schmerzen oder Angst vor dem Schlucken
  • Sehr langsame, vorsichtige Nahrungsaufnahme
  • Ablehnung bestimmter Speisen oder Konsistenzen
  • Ungewollte Gewichtsabnahme
  • Wiederkehrende Lungenentzündungen

Folgekomplikationen

Eine unbehandelte Dysphagie kann z. B. zu Mangelernährung, Dehydratation und Gewichtsverlust mit verminderter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit führen. Besonders gefährlich sind Aspirationspneumonien, die durch eindringende Nahrung oder Speichel in die Lunge entstehen können,

Kompetenzen und Angebot

Diagnostik und Abklärung

  • Ausführliche Anamnese mit gezielter Befragung zu Symptomen und Risikofaktoren
  • Untersuchung des Hals-Rachen-Raums
  • Laboruntersuchungen, je nach Verdacht
  • Funktionstests und bildgebende Verfahren mittels Fiberoptischer Endoskopie des Schluckens (FEES)  

Behandlungen

Für die Behandlung der Beschwerden durch die Dysphagie selbst eignen sich je nach Art und Ursache verschiedene Therapieansätze.

  • Therapeutische Übungen zur Steigerung der Beweglichkeit und Kraft von Lippen, Kehlkopf, Kiefer, Kaumuskulatur, Wange und Zunge
  • Training zur Stärkung der Hustenkraft
  • Übungen zur Verstärkung der Verschlusskraft des Kehlkopfes beim Schlucken
  • Fazio-Orale-Trakt-Therapie (FOTT) bei komplexen neurologischen Dysphagien


Kompensatorische (ausgleichende) Verfahren

  • Haltungsänderungen von Körper und Kopf
  • Erlernen alternativer Schluck- und Schluckschutztechniken
  • Strategien zur Erleichterung des Schluckens und Vermeidung von Aspiration
     

Adaptierende (anpassende) Verfahren

  • Individuelle Koststufen: Anpassung der Nahrungskonsistenz
  • Verwendung von Andickungsmitteln für Flüssigkeiten
  • Einsatz von Ess- und Trinkhilfen
  • Ernährungstherapie bei Mangelernährung und Dehydration
  • Übergang von Magensonde zu oraler Ernährung