Spezialsprechstunde für Schwindel
Schwindel ist ein sehr häufig vorkommendes Symptom, das sehr belastend sein kann. Um die Ursache des Schwindels zu bestimmen, bedarf es einer gezielten Befragung (Anamnese) und einer gründlichen neurologischen Untersuchung. Da viele verschiedene Krankheitsbilder das Symptom "Schwindel" mit sich bringen können, arbeiten wir sowohl in der Diagnostik als auch für die Behandlung fachbereichsübergreifend mit weiteren Spezialistinnen und Spezialisten zusammen.
In dieser Spezialsprechstunde nehmen wir uns allgemeinen wie sehr spezifischen Auslösern des Schwindels an. Eine der häufigsten Formen ist der Benigne Paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS), der sehr intensiv und belastend ist, aber durch sogenannte Befreiungsmanöver diagnostiziert und sehr gut und schnell behandelt werden kann. Als besonderes Angebot können wir diese Manöver ohne Einschränkungen auch mit bewegungseingeschränkten Patientinnen und Patienten auf einem mobilen Drehstuhl (Rotundum) ausführen, über den nur wenige Zentren weltweit verfügen.

Schwindel bei Para- und Tetraplegie
Eine Verletzung des Rückenmarks stört auch das vegetative Nervensystem. Lebenswichtige Funktionen wie der Blutkreislauf und der Herzschlag werden normalerweise automatisch durch das Nervensystem stabil gehalten. Bei querschnittgelähmten Patientinnen und Patienten kannt dieses System aus der Balance geraten. Hierdurch können Probleme wie ein tiefer Blutdruck, der Schwindel auslösen kann, entstehen. Auch durch die insbesondere zu Anfang eingeschränkte Mobilität besteht ein höheres Risiko für die Entwicklung eines sogenannten paroxysmalen Lagerungsschwindels.
Unser Team ist deshalb auch darauf spezialisiert, Schwindel bei Patienten mit einer Querschnittlähumng abzuklären und die geeignete Therapie einzuleiten.
Kompetenzen und Angebot
Häufige Schwindelarten sowie deren Ursachen
Peripher-vestibulärer Schwindel
Ausgelöst durch Schädigungen oder Funktionsstörungen des Gleichgewichtsnervs oder -organs im Innenohr:
- Paroxysmaler Lagerungskomplex (BPLS, Verlagerung von Kristallen im Innenohr)
- Neuritis vestibularis (entzündeter Gleichgewichtsnerv)
- Vestibularisparoxysmie (gereizter Gleichgewichtsnerv)
- Morbus Menière (Flüssigkeitsverschiebungen im Innenohr)
- Bilaterale Vestibulopathie (beidseitig geschädigte Gleichgewichtsnerven)
- Akustikneurinom (gutartiger Tumor am Gleichgewichts- und Hörnerv)
Zentral-vestibulärer Schwindel
- Ausgelöst durch Funktionsstörungen oder Schädigungen der Gleichgewichtszentren, bestehend aus Kleinhirn, Mittelhirn und Hirnstamm.
- Durchblutungsstörungen (z. B. Arteriosklerose, transitorische ischämische Attacke, Schlaganfall, Infarkt)
- Chronische Hirnentzündungen (z. B. aufgrund Multipler Sklerose)
- Tumoren
- Vestibuläre Migräne (Schwindelmigräne)
Kontakt
Gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin.
Sekretariat
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des Ambulatoriums.
