Sprechstunde für Multiple Sklerose
Die Multiple Sklerose (MS) gehört zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS). Wenn das Rückenmark betroffen ist, können sich Symptome einer Querschnittlähmung entwickeln. In dieser Spezialsprechstunde betreuen wir Patientinnen und Patienten mit MS-bedingten Rückenmarksschädigungen.
Bis heute ist die Ursache, die zu MS führt, nicht vollständig klar. Wahrscheinlich ist eine andauernde latente (versteckte) Virusinfektion, die eine Autoimmunreaktion gegen Teile des Nervengewebes provoziert. Auch der negative Einfluss eines Vitamin-D-Mangels wird in Studien immer wieder beschrieben.
Viele Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose (MS) leiden an Symptomen, die durch Entzündungsherde im Rückenmark ausgelöst werden. Diese Symptome sind ähnlich wie Rückenmarksverletzungen durch einen Unfall und können je nach Lokalisation und Ausmass der Schädigung zu Lähmungen, Gefühlsstörungen oder zu Beeinträchtigungen der Blasen-, Darm- und Sexualfunktion führen.
Die MS ist bislang nicht heilbar, aber eine frühzeitige Diagnose und eine unverzügliche medikamentöse Therapie, die die Überaktivität des Immunsystems vermindert, kann ihr Fortschreiten wesentlich verlangsamen oder sogar stoppen. Wichtig sind auch sogenannte symptomatische Therapien, wie zum Beispiel Physiotherapie, um Einschränkungen im Alltag so gut wie möglich zu reduzieren.
Häufige Symptome
- Einseitige Sehstörungen
- Kribbeln, Taubheitsgefühle an Armen und Beinen
- Blasen und Darmfunktionsstörungen
- Einschränkungen der Kraft
- Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen
- Muskelkrämpfe (Spastik)
- Rasche Erschöpfbarkeit (Fatigue)
- Kognitive Störungen
Kompetenzen und Angebot
Für die die Behandlung unserer Patientinnen und Patienten arbeiten wir eng zusammen mit den Fachbereichen der Orthopädie, der Neuro-Urologie und den verschiedenen Therapieteams.
Diagnostik
- Ausführliche neurologische und paraplegiologische Untersuchung
- Lumbalpunktion zur Untersuchung des Nervenwassers auf Hinweise für eine Entzündung
- Beurteilung der Nervenfunktion mittels elektrophysiologischer Messungen
- Magnetresonanztomographie (MRT) von Gehirn und Rückenmark zum Erkennen von entzündlichen Veränderungen am Nervensystem
- Beurteilung von Gangbild, Spastik, Blasen- und Darmfunktion
- Laboruntersuchungen von Blut- und Urin
- Regelmässige Verlaufskontrollen zur Einschätzung des Fortschritts
Therapien
- Kortison-Therapie bei akuten Entzündungsschüben
- Medikamentöse Immuntherapien zur Langzeittherapie
- Physiotherapie zur Verbesserung von Kraft, Beweglichkeit und Koordination
- Ergotherapie zur Verbesserung der Handfunktionen und zum Erlernen von Transfers und Techniken zur Sturzprophylaxe
- Hilfsmittelversorgung (Orthesen, Gehstöcke, Rollstühle)
- Behandlung der MS-typischen Fatigue
- Psychologische Unterstützung und Sozialberatung
Kontakt
Gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin.
Sekretariat
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat des Ambulatoriums.

