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Spezialsprechstunde Spastik

Spastik ist eine häufige Folge von Erkrankungen oder Verletzungen des zentralen Nervensystems mit Schädigung des Gehirns oder des Rückenmarks.

Häufige Ursachen einer Spastik sind Schlaganfälle, Verletzungen des Rückenmarks oder Schädigungen des Gehirns bei schwierigen Geburten. Ist die Signalübertragung von den Nerven zur Muskulatur beeinträchtigt, kann es zu einer erhöhten Steifheit der Muskulatur und zu unkontrollierten Muskelzuckungen kommen, was als Spastik bezeichnet wird. Hierdurch können Schmerzen, aber auch Beeinträchtigungen des Alltags durch eine eingeschränkte Mobilität oder Handfunktion oder auch in der pflegerischen Versorgung entstehen. 

Die Spastik an sich ist leider nicht heilbar, aber gemeinsam finden wir Massnahmen und Therapien, welche die Symptome und Belastungen lindern können. Hierbei vereinbaren wir gemeinsam realistische Ziele die für Sie im Vordergrund stehen.

Insbesondere für querschnittgelähmte Patientinnen und Patienten ist es wichtig, die oder den Auslöser einer vermehrten Spastik zu kennen. Dies können Berührungen, Hitze oder Kälte, aber auch Infekte, Verstopfungen, Wunden und andere Erkrankungen und Verletzungen sein. So kann eine vermehrte Spastik auch als Warnsignal auf eine mögliche Erkrankung oder sonstige Probleme hindeuten.

Querschnittgelähmte Patienten und Patientinnen können auch lernen, eine vorliegende Spastik gezielt zu nutzen, um sich z.B. bei Transfers zu stabilisieren.

Kompetenzen und Angebot

Je nach Körperbereich und Schweregrad wird die Spastik als Steifheit, schmerzhafte Verkrampfung oder unkontrollierte Bewegung wahrgenommen. Die Mobilität, die pflegerische Versorgung, Alltagsaktivitäten und die gesamte Lebensqualität können durch eine Spastik erheblich beeinträchtigt werden.

Um die Intensität der Spastik und die hierdurch hervorgerufenen Probleme zu vermindern, kommen verschiedene Massnahmen und Behandlungsansätze in Frage. In der Universitätsklinik Balgrist können wir in Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten aus Neurologie, Orthopädie, Physiotherapie, Ergotherapie sowie ggf. einer notwendigen Hilfsmittelversorgung, eine umfassende Betreuung von Betroffenen anbieten. Dies umfasst auch eine spezialisierte Behandlung der Spastik mittels Botulinumtoxins oder mittels einer implantierten Medikamentenpumpe.

Diagnostik und Beurteilung

  • Diagnostische Abklärung der Ausprägung der Spastik (Muskelspannung und Beweglichkeit) und ggf. der Ursache
  • Einschätzung der Auswirkungen auf den Alltag, insbesondere bezüglich Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, erschwerter pflegerischer Versorgung und Einschränkung der Lebensqualität
  • Identifikation möglicher Auslöser (z. B. Harnwegsinfekte, Verstopfungen, Dekubitus, Verletzungen wie Knochenbrüche)
  • Gemeinsames Festlegen realistischer Therapieziele und der dazu passende Therapie
  • Verlaufskontrollen zur Therapieanpassung

Therapien

  • Physiotherapie zur Dehnung, Mobilisation und Funktionsverbesserung
  • Ergotherapie zur Unterstützung von Alltagstätigkeiten
  • Aromapflege als wohltuende Ergänzung
  • Medikamentöse Therapie mit Tabletten, Cannabistherapie Injektion mit Botulinumtoxin oder direkte Gabe der Medikamente mittels Pumpe in das Nervenwasser (Intrathekale Baclofen Therapie)
  • operative Eingriffe, wenn erforderlich (z.B. Sehnenverlängerungen oder Implantation und Wechsel einer Medikamentenpumpe)

Operative Eingriffe

In seltenen Fällen, wenn alle sonstigen Massnahmen die Schmerzen, Fehlhaltungen und Kontrakturen (Muskelverkürzungen) nicht mehr bessern können – kommen korrigierende operative Eingriffe infrage (z.B. Sehnenverlängerungen oder Versetzungen von Muskeln und Sehnen). Daneben führen wir mit unseren Experten der Wirbelsäulenchirurgie regelmässig Operationen zur Implantation oder zum Wechsel von Medikamentenpumpen zur Spastiktherapie durch.

Med. pract. Jana Werner 
Fellow Regionalanästhesie