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Schmerzhafte Hüft-Totalprothese

Die Patientenzufriedenheit nach der Implantation einer Hüft-Totalprothese ist extrem hoch. Patientinnen und Patienten berichten über Schmerzfreiheit, verbesserte Mobilität und eine insgesamt steigende Lebensqualität. Leider verbleibt ein kleiner Prozentsatz an Patientinnen und Patienten, die weiterhin Schmerzen haben oder im Verlauf unter neu aufgetretenen Schmerzen leiden. Grundsätzlich sollte aber ein künstliches Hüftgelenk 15 bis 20 Jahre gut funktionieren und schmerzfrei sein.

Ursachen

Grundsätzlich können die Schmerzen um eine Hüftprothese unterschiedliche Auslöser haben. Diese können in extrinsische und intrinsische (ausserhalb und innerhalb) Ursachen aufgeteilt werden. Zu den extrinsischen Ursachen zählt man Pathologien (krankhafte Veränderungen), die zwar Schmerzen auf die Hüfte ausstrahlen, ihren Ursprung jedoch an einer anderen Stelle am Körper haben. Dazu gehören z. B. Pathologien, die von der Wirbelsäule ausgehen.

In solchen Fällen profitieren Sie an der Universitätsklinik Balgrist vom vollumfänglichen orthopädischen Angebot unserer Spezialisinnen und Spezialisten für jede Körperregion.

Die intrinsischen Ursachen für Schmerzen um eine Hüftprothese können weiter in extrakapsuläre und intrakapsuläre Ursachen eingeteilt werden. Zu den extrakapsulären Ursachen zählt man unter anderem:

  • Reizungen der Muskeln und Sehnen um die Hüfte
  • Verknöcherungen in den Weichteilen
  • Schleimbeutelentzündungen
  • anderweitig nicht kompensierbare Beinlängendifferenz

Zu den intrakapsulären Ursachen, respektive zu den Implantat-bezogenen Ursachen, zählt man unter anderem:

  • Lockerung der Prothese
  • Infektionen
  • Materialversagen
  • Frakturen
  • schmerzhaftes Anschlagen der Prothesenkomponenten

Symptome

Typischerweise treten Schmerzen, die mit einer Hüftprothese zusammenhängen, in der Leiste, seitlich an der Hüfte oder am Gesäss auf. Gelegentlich kommen Schmerzen auch im Bereich des Oberschenkels vor und strahlen bis zum Knie aus.

Je nach Ursache können die Beschwerden bereits seit der Operation bestehen oder erst schleichend im Verlauf auftreten. Weiter können die Schmerzen konstant vorhanden sein, lediglich unter Belastung auftreten oder bei spezifischen Bewegungen, wie z. B. beim Anheben des gestreckten Beins. Wichtig ist, dass Sie ihren behandelnden Arzt informieren über Symptome, die dem Hüftschmerz vorausgegangen sind:

  • Fieber oder Schüttelfrost
  • allfällige Wundheilungsstörungen
  • neuaufgetretene Rötungen oder Schwellungen

Wann zum Arzt?

Bei neu aufgetretenen Schmerzen um ein künstliches Hüftgelenk, das zuvor schmerzfrei war, ist eine Abklärung bei der Hüftspezialistin oder beim Hüftspezialisten sinnvoll – besonders wenn die Schmerzen nicht innerhalb weniger Tage von selbst verschwinden. Sofort sollten Sie reagieren, wenn sich eine Rötung oder Schwellung um das Hüftgelenk einstellt oder auch bei zusätzlichem Fieber.

Diagnose

Für die Ursachenfindung bei schmerzhafter Hüftprothese ist eine detaillierte Patientenbefragung (Anamnese) wichtig. Wichtig ist zu erfahren, seit wann die Beschwerden genau bestehen und ob es einen Auslöser dafür gab. Neben der Lokalisation der Schmerzen ist es ebenfalls wichtig zu wissen, wann der Schmerz genau auftritt (immer, nur bei Belastungen, nur bei gewissen Bewegungen). Informationen zu Nebenerkrankungen, durchgemachten Infektionen oder erfolgten Zahnbehandlungen sind ebenfalls notwendig. Nach der Patientenbefragung findet eine Inspektion und detaillierte klinische Untersuchung statt. Dabei werden die möglichen Ursachen weiter eingegrenzt. Zusätzlich wird ein konventionelles Röntgenbild der Hüfte aufgenommen. Anhand diesem kann in gewissem Masse bereits die Prothesenlage und eine allfällige Lockerung beurteilt werden.

Im Vergleich zum Vorbild (links) zeigt sich im konventionellen Röntgenbild (rechts) ein Lockerungssaum (aus Bindegewebe) um den Prothesenschaft.
Bilder: Universitätsklinik Balgrist

Individuell wird entschieden, ob noch weitere Bildgebungen wie Computertomographien (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig sind. Besteht der Verdacht auf einen möglichen Infekt des künstlichen Hüftgelenks, erfolgt neben einer Blutuntersuchung zusätzlich eine Gelenkpunktion. Dabei wird unter Röntgenkontrolle Flüssigkeit aus dem Gelenk gewonnen, um sie anschliessend im Labor zu kultivieren und so einen möglichen Keim zu identifizieren.

Als Universitätsklinik bieten wir alle notwendigen Abklärungen hinsichtlich schmerzhafter Kunstgelenke an.

Therapie

Die Behandlung von Beschwerden um das künstliche Hüftgelenk beginnt, sobald die Ursache für die Schmerzen identifiziert wurde und damit eine ursächliche und somit nachhaltige Beschwerdebesserung sichergestellt werden kann.

Konservative Therapie

Bei Schmerzen um ein künstliches Hüftgelenk kommt die konservative Therapie vor allem bei Reizzuständen von Muskeln und Sehnen zum Tragen. In der Regel werden in einem ersten Schritt die betroffenen Muskelgruppen gekräftigt und gedehnt. Während die wichtigsten Übungen bereits in der Sprechstunde erklärt werden, erhalten die Patientinnen und Patienten eine Instruktionsbroschüre und eine individuell auf sie abgestimmte Physiotherapieverordnung. Wird die ambulante Physiotherapie an der Universitätsklink Balgrist durchgeführt, ist die Therapeutin oder der Therapeut in engem Kontakt mit unseren Ärztinnen und Ärzten. Findet die Physiotherapie extern statt, können sich die dortigen Physiotherapeutinnen und -therapeuten bei Fragen oder Unklarheiten jederzeit mit uns in Verbindung setzen. Bleibt ein schmerzhafter Reizzustand während der Physiotherapie bestehen, kann die konservative Therapie durch zusätzliche Infiltrationen erweitert werden. Die Universitätsklink Balgrist bietet das gesamte Spektrum der möglichen Infiltrationen an (Kortison, Hyaluronsäure, Eigenblut) und kann damit auf individuelle Wünsche der Patientinnen und Patienten eingehen.

Operative Therapie

Die Gründe für eine notwendige Hüftprothesenrevision (Prothesenwechsel) können sehr unterschiedlich sein. Ein erneuter operativer Eingriff an einer bereits implantierten Hüftprothese wird immer genau auf das Problem der Patientin oder des Patienten abgestimmt. Hierzu wird im Vorfeld die Ursache abgeklärt, die Operation geplant und im Detail mit der Patientin oder dem Patienten besprochen.

Häufige Fragen

Wie macht sich eine Hüftlockerung bemerkbar?

Die Symptome einer Hüftlockerung können sehr schleichend auftreten. Die ersten Beschwerden werden als Schmerzen beim Aufstehen aus dem Sitzen oder beim längeren Spazieren bemerkt. Mittels konventioneller Röntgenbilder und, falls notwendig, mittels CT (Computertomografie) oder MRT (Magnetresonanztomografie) kann die Hüftprothesenlockerung bestätigt werden.

Kann ein künstliches Hüftgelenk Schmerzen verursachen?

Der häufigste Grund, weshalb ein künstliches Hüftgelenk implantiert wird, ist die Hüftarthrose. Patientinnen und Patienten leiden teilweise unter starken Schmerzen um das Hüftgelenk, bedingt durch die mechanische Reizung und die Gelenkentzündung. Diese Schmerzen sind nach korrekt erfolgter Implantation der Hüft-Totalprothese nicht mehr vorhanden. Sehr selten können aber Reizungen oder Überlastungen der umliegenden Sehnen und Muskeln vorkommen, die weiterhin zu gewissen Beschwerden führen.

Wie lange hat man nach einer Hüftoperation Schmerzen?

Schmerzen werden sehr individuell und von jedem Menschen anders wahrgenommen. Üblichwerweise sind aber nach erfolgreicher Hüft-Totalprothesen-Implantation die Arthroseschmerzen verschwunden. Nach der Operation besteht jedoch für wenige Wochen ein Wundschmerz, der mit herkömmlichen Schmerzmitteln behandelt wird. In der Universitätsklinik Balgrist werden die benötigten Schmerzmittel am Austrittstag von der Apotheke bis ans Bett geliefert. Patientinnen und Patienten sparen sich den Gang zur Apotheke und können sich direkt auf den Nachhauseweg freuen.

Sprechstunde

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Revisionsoperation der Hüfte

Was wenn die Hüfte wieder schmerzt? Was gibt es nach einer Hüftoperation zwingend zu beachten?

SRF-Sendung «GESUNDHEITHEUTE» mit Prof. Dr. med. Patrick Zingg.