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Periacetabuläre Beckenosteotomie

Die periacetabuläre Beckenosteotomie oder periacetabuläre Osteotomie (PAO) ist eine Operation zur Korrektur der Hüftpfannenposition, z. B. im Falle einer Hüftdysplasie und begleitender Hüftarthrose. Der Eingriff erfolgt durch einen einzigen 10 bis 15 cm langen Hautschnitt in der Leiste und dauert etwa 1 bis 2 Stunden. Dabei wird die Hüftpfanne aus dem Becken herausgeschnitten, neu ausgerichtet und in der gewünschten Position fixiert. Anders als z. B. bei der älteren «Triple Osteotomie» bleibt bei der PAO das Becken auch unmittelbar nach dem Eingriff stabil, was eine zuverlässigere Knochenheilung mit schnellerer Mobilisation und Nachbehandlung ermöglicht. Der Geburtskanal der Patientinnen bleibt dabei unverändert, sodass normales Gebären weiter möglich ist.

Bild: Universitätsklinik Balgrist

Sehr selten treten folgende operationsspezifische Komplikationen auf:

  • Nervenverletzungen
  • Frakturen
  • «Nonunion»  (nicht wieder zusammenwachsende Knochenteile)
  • Unter- oder Überkorrekturen
  • intraoperative Gelenkschädigungen durch Osteotomie bzw. Fraktur

Erfolgsaussichten

Nach der Operation ist eine deutliche Schmerzlinderung zu erwarten und die Belastbarkeit des Gelenks im Alltag und für sportliche Aktivitäten wird relevant verbessert. Zudem wird die frühzeitige Abnutzung des Gelenks entscheidend verzögert. 20 Jahre nach einer PAO sind die meisten Patientinnen und Patienten nach wie vor zufrieden mit ihrer Hüfte.

Je früher eine Behandlung der Hüftdysplasie erfolgt, desto grösser sind die Erfolgschancen. Folgende Faktoren können das Resultat negativ beeinflussen:

  • Alter über 40 Jahre
  • Adipositas (BMI-Wert über 30)
  • Hinken
  • degenerative Knorpelveränderungen

Bild: Universitätsklinik Balgrist

Bei bereits entwickelter Hüftgelenkarthrose ist die PAO nicht mehr sinnvoll. Hier ist die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks die Therapie der Wahl.

Eine alleinige Hüftspiegelung (Arthroskopie) ist keine ursächliche Behandlung. Sie kann das Hüftgelenk destabilisieren und sollte bei einer Hüftdysplasie vermieden werden. In seltenen Fällen kann die Arthroskopie bei geringgradiger (grenzwertiger) Hüftdysplasie und femoroacetabulärem Impingement zum Einsatz kommen.

Hospitalisation und Rehabilitation

Der Spitalaufenthalt nach der Operation dauert ungefähr 4 bis 5 Nächte. Ab dem ersten Tag trainieren Sie an zwei Gehstöcken das Gehen im Korridor und Treppensteigen unter einer 15-kg-Teilbelastung. Im weiteren Verlauf erklärt man Ihnen das Training auf dem Hometrainer, das Sie anschliessend zuhause beginnen. Bestimmte Bewegungen sind zu Beginn ganz untersagt, wie z. B. das Bein aktiv von einer Unterlage abzuheben. Unsere Fachleute werden Sie genau über die vorübergehend untersagten Bewegungen informieren. Sobald Sie problemlos an zwei Gehstöcken laufen und die Wunde trocken ist, können Sie das Spital verlassen.

Ablauf nach der Operation

Wochen 1–8
Die Mobilisation erfolgt an zwei Gehstöcken unter maximaler 15-kg- Teilbelastung. Sie trainieren auf dem Hometrainer selbständig 2- bis 3-mal pro Tag für ca. 15 Minuten. 3 Wochen nach der Operation kontrolliert der Hausarzt oder die Hausärztin die Wunde und entfernt das Pflaster. Meistens werden resorbierbare Fäden verwendet, die nicht entfernt werden müssen. Eine Schwellung des Oberschenkels sowie ein Bluterguss mit Verfärbung der Haut (blau, violett) können im postoperativen Verlauf auftreten. Beides ist harmlos und wird vom Körper noch abgebaut.

Wochen 9–14
Die erste klinische und radiologische Verlaufskontrolle im Spital erfolgt nach 8 Wochen. Die Belastung darf danach typischerweise schrittweise gesteigert werden, bis Sie etwa 4 bis 6 Wochen später ohne Gehstöcke gehen können. Ab der 9. Woche sollte die aktive ambulante Physiotherapie einsetzen, um die Muskulatur zu dehnen, schonend zu kräftigen und die Mobilität wieder zu erlangen und zu fördern. Nun können Sie auch das gestreckte Bein aktiv von einer Unterlage abheben.

Woche 15
Die nächste klinisch-radiologische Verlaufskontrolle findet etwa nach 3,5 Monaten statt. Normalerweise ist die Beckenosteotomie nun verheilt und Sie können ohne Gehstöcke laufen. Möglicherwiese sollen Sie Ihre Muskeln weiterhin kräftigen. Dabei werden Sie physiotherapeutisch begleitet.

1 Jahr
Die letzte Verlaufskontrolle findet etwa ein Jahr nach der Operation statt.

Thromboseprophylaxe
Während der Teilbelastung sollte die Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente (meistens in Tablettenform) fortgeführt werden.

Arbeitsunfähigkeit
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit beträgt je nach Belastung 6 bis 8 Wochen für sitzende, 4 bis 6 Monate für stehende und 6 Monate für körperlich schwere Tätigkeiten.

Sprechstunde

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8.30–12.00 Uhr
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E-Mail

Korrektur der Pfannenposition

Die periacetabluäre Beckenosteotomie wird durchgeführt, um das Hüftgelenk mechanisch zu verbessern. Dem Problem zugrunde liegt meist eine Hüftdysplasie.